Erste Druckbedingungen für ISO 12647-2:2013 (FOGRA 51/52)

Berlin/München/Stuttgart, 30. September 2015: Am 30. September stellen die Projektpartner Fogra, ECI und bvdm das erfolgreiche Ergebnis des Fred15-Projekts vor: neue Fogra-Charakterisierungsdaten, ECI-Offsetprofile und „ECI/bvdm Gray Control“-Druckkontrollkeile für den Offsetdruck nach der 2013 revidierten Druckprozessnorm ISO 12647-2:

  • FOGRA51 – PSO Coated v3 – Druckbedingung 1, Premium gestrichenes Papier (ISO 12647-2:2013 PC 1)
  • FOGRA52 – PSO Uncoated v3 (FOGRA52) – Druckbedingung 5, holzfrei ungestrichen weißes Papier (ISO 12647-2:2013 PC 5)

Auf den Webseiten der Fogra (www.fogra.de), des Bundesverbands Druck und Medien (www.bvdm-online.de) und im Download-Bereich der ECI stehen die neuen Arbeitsmittel ab sofort zur Verfügung.

Videoaufzeichnung der Auftaktveranstaltung am 30. September 2015 an der HdM in Stuttgart

Vorträge

Diskussion

Vortragsunterlagen

Warum neue Fogra-Charakterisierungsdaten und ECI-Profile?

Die Revision der internationalen Druckprozessnorm mit geänderten Sollwerten für die Volltonfarborte und Tonwertzunahmekurven war Anlass aber nicht einziger Grund für Fogra und ECI, in bewährter Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Druck und Medien neue Arbeitsmittel zu entwickeln. Im Mittelpunkt der Arbeit standen Verbesserungen beim Umgang mit optisch aufgehellten Auflagenpapieren: Die neuen Charakterisierungsdaten und Profile sind wichtige Voraussetzungen für eine sowohl messtechnische als auch visuelle Übereinstimmung von Proof und Auflagedruck. Als besonderen Vorteil für die Prozesskontrolle beim Druck auf typischerweise optisch stark aufgehellte ungestrichene Papiere, enthält die neue Charakterisierungsdatei FOGRA52 praxisgerechte Farbwerte von Papierton und Druckfarben-Volltönen. Es ist geplant, zu einem späteren Zeitpunkt Fogra-Charakterisierungsdaten und ECI Offset Profile für den Druck auf ungestrichen weißem Papier mit geringem OBA-Anteil sowie für im Buchdruck verwendetes gelbliches unterstrichenes Papier zu ergänzen. Weitere Informationen über die Änderungen in der Offset-Druckprozessnorm ISO 12647-2 finden Sie in dieser „Fogra Extra“ Publikation.

Weitere technische Voraussetzungen für die Umsetzung der neuen Offsetdrucknorm

Die neuen Druckbedingungen – und weitere, für die erfolgreiche Einführung in die Praxis erforderliche technische Voraussetzungen – werden bei einem mit über 160 angemeldeten Teilnehmern gut besuchten Kick-Off am 30. September an der Hochschule der Medien in Stuttgart erläutert. Bei optisch aufgehellten Papieren spielt der Anteil ultra-violetter Strahlung der Beleuchtung (UV-Anteil) eine zentrale Rolle. Voraussetzung für die visuelle Übereinstimmung von Proof und Auflagendruck ist die Beurteilung unter Normlicht nach aktuellem Standard ISO 3664:2009, sowie die Verwendung optisch aufgehellter Proofsubstrate. Die messtechnische Qualitätskontrolle von Proof und Auflagedruck erfordert den Einsatz neuer Farbmesstechnik mit dem Messmodus M1 (Beleuchtung mit UV-Anteil der Normlichtart D50). Bei der Prozesskontrolle im Auflagedruck kann weiterhin die bisherige Farbmesstechnik verwendet werden, d.h. mit Beleuchtung ohne definierten UV-Anteil (Glühlampen, Messmodus M0).

[2015-09-30 |::| FSu]

Supplemente für ECI Offset-Profile – Download

Sofort verfügbar sind die folgenden soeben von der ECI veröffentlichten Supplemente zu den »ECI Offset Profilen (2009)«:

  • ECI Offset Profiles – Supplement 2012-1 – Improved News Print
  • ECI Offset Profiles – Supplement 2012-2 – Surface Finishing

Ausführliche Dokumentation ist in den Download-Paketen enthalten.

Bitte hier klicken um zum Downloadbereich für die Offsetprofile zu gelangen.

Bewährte Zusammenarbeit von ECI, Fogra und bvdm: Neue Druckbedingungen FOGRA 48/49/50

Berlin/München/Wiesbaden, 15. Februar 2012: Im Zuge der bewährten Zusammenarbeit der European Color Initiative (ECI) mit Fogra und Bundesverband Druck und Medien (bvdm) wurde die Fogra-Charakterisierungsdatenbank um drei weitere Druckbedingungen erweitert. Bei FOGRA48 handelt es sich um den Rollenoffsetdruck auf aufgebessertem Zeitungspapier (engl.: INP, Improved Newsprint). FOGRA49 und FOGRA50 beschreiben erstmalig folienkaschierte standardisierte Bogenoffsetdrucke auf Basis von FOGRA39, Druck gemäß ISO 12647-2 auf PT1/2 mit AM-Raster. Hierbei charakterisiert FOGRA49 den Einfluss typischer matter und FOGRA50 den Einfluss glänzender OPP-Folien (orientiertes Polypropylen).

Die neue Druckbedingung „FOGRA48“ und das Profil „PSO INP Paper (ECI)“ für den Heatset-Rollenoffsetdruck auf aufgebessertem Zeitungspapier basieren auf Druckversuchen des ECI Arbeitskreises Rollenoffset (WOWG, Web Offset Working Group). An der Druckserie auf unterschiedlichen praxisüblichen Papieren waren mehrere europäische Rollenoffsetdruckereien beteiligt. Die Sollwerte für die Volltonfarborte der Druckfarben Cyan, Magenta Gelb und Schwarz sowie für die Tonwertzunahmen waren vorab in der WOWG abgestimmt worden. Als Vorgaben für die Tonwertzunahme gelten die Kurven C (19%) für Cyan, Magenta und Gelb sowie Kurve D (22%) für Schwarz, jeweils gemessen in einem 40%-Kontrollfeld. Mit dem neuen Profil komplettiert die ECI ihr Angebot von Profilen für im Rollenoffset übliche Papiere.

Die Charakterisierungsdaten für Folienkaschierung basieren auf Druckversuchen des Arbeitskreises Veredelung der ECI auf mehreren Papieren und Kartons und mit mehreren Foliensorten. Für die beiden Typen wurden charakteristische Tonwertzunahmen und farbmetrische Änderungen festgestellt. Diese so ermittelten CIELAB-Differenzen wurden auf die FOGRA39-Daten addiert, um möglichst gut zueinander passende veredelte und unveredelte Datensätze und ICC-Profile zu erhalten. Ergänzend dazu wurde im Fogra Forschungsvorhaben (Nr. 32.152) der Einfluss der Lackierung untersucht. Der Einfluss der Lacke weist eine grundsätzlich ähnliche, aber geringere Farbverschiebung auf. Das Glanzergebnis hängt hier wesentlich von dem Glanz des Papiers und dem Glanz des Farbsatzes ab, die sich auf die Farbsättigung und Tiefe auswirken.

Vor dem Hintergrund der produktionsbedingten Toleranzen werden die hier erarbeiteten Charakterisierungsdaten nicht in die Datenbank aufgenommen. Sie stehen für hochqualitative Anwendungsfälle auf der Fogra-Themenwebseite zur Verfügung. Dies gilt auch für die UV-Lackierung, wobei die vorliegenden Datensätze FOGRA49 und FOGRA50 als grobe Annäherung für den zu erwartenden Veredelungseffekt dienen. Allerdings sind die farblichen Änderungen nur etwa halb so groß, so dass für hohe Ansprüche auch hier individuelle Charakterisierungsdaten etabliert werden müssen. Dies ist auf Basis der nun zur Verfügung stehenden Datensätze im Wesentlichen auf datentechnische Anpassungen beschränkt.

Produktionspraxis (Vorstufe):

Ein farbverbindlicher Prüfdruck oder ein Softproof hinsichtlich FOGRA49 stellen beispielsweise das Druckergebnis dar, das im standardisierten Offsetdruck auf Bilderdruckpapier (FOGRA39) mit anschließender Mattfolienveredelung zu erwarten ist. Druckdaten können anhand eines einfachen Vergleichs von FOGRA39 mit FOGRA49 bzw. FOGRA50 auf die zu erwartenden Farbänderungen sowie einer möglicherweise notwendigen Neuaufbereitung überprüft werden. Weitere Details sind in der Dokumentation auf der ECI-Homepage zu finden.

Produktionspraxis (Druck):

Der Drucker muss sicherstellen, dass seine etablierten Zielwerte für den standardisierten Druck (PT 1/2, 60er Raster, TWZ: 13% (CMY) und 16% (K)) weiterhin auf dem unveredelten Druck gemessen und erreicht werden. Unterschiede zu FOGRA39 in Papierweiß, Volltonfärbung und Tonwertkurven setzen sich nach Veredelung fort. Daher ist eine Messung des veredelten Druckergebnisses für die Kontrolle des Druckprozesses wenig sinnvoll.

Produktionspraxis (Veredelung):

Die Farbänderung ist im Kaschierungsprozesses nur durch das Material beeinflussbar. Die Unterschiede verschiedener Glanzfolien sind minimal. Mattfolien gibt es allerdings in verschiedener Opazität. Die in FOGRA49 beschriebene „durchschnittliche“ Mattfolie führt im schwarzen Vollton zu einer Aufhellung um ∆L* = 6 und passt gut zur typischen Produktion. Bei klareren Folien ist die Aufhellung geringer, bei matteren Folien höher. Um eigene Folien einschätzen zu können, ist eine Messung des schwarzen Volltons vor und nach Veredelung sinnvoll (und zwar am gleichen Feld auf dem gleichen Bogen, vorher und nachher).

ECI Offset-Profile (2009)

Hinweis:
Um das hier beschriebene Paket mit den ECI-Offsetprofilen herunterzuladen klicken Sie hier.
Für den Download der zu den Profilen passenden ECI/bvdm Gray Control Strips klicken Sie hier.

Neue Charakterisierungs­daten und ICC-Profile für Standard-Druck­bedingungen

Seit Juni 2009 sind neue Charakterisierungsdaten und ICC-Profile verfügbar, die bestehende Versionen ersetzen. Die Charakterisierungsdaten „FOGRA45“ für Heatset-Rollenoffsetdruck auf aufgebessertem LWC-Papier (Light Weight Coating) und „FOGRA46“ für Heatset-Rollenoffsetdruck auf Standard LWC Papier basieren auf Testdrucken des ECI-Arbeitskreises Rollenoffset. Für den Offsetdruck auf ungestrichen weißem Papier gilt die Charakterisierungsdatei „FOGRA47“.

Warum zwei ICC-Profile und Charakterisierungsdaten für Rollenoffset auf LWC-Papier?

Die Charakterisierungsdatei FOGRA28 und das Profil „ISO Web Coated“ passen aufgrund des gelblichen Papiertons nicht mehr zum Druckergebnis auf den heute üblicherweise verwendeten LWC-Papieren. Um einen praxisgerechte Nachfolger für „ISO Web Coated“ zu erarbeiten, führten vier Europäische Rollenoffsetdrucker Testdruckserien auf einer Auswahl typischer LWC-Papiere durch. Der Vergleich der ausgewählten LWC-Papiere ergab, dass eine einzige Charakterisierungsdatei, bzw. ein LWC-Profil nicht mehr ausreicht, die unterschiedlichen Druckergebnisse ausreichend genau wiederzugeben. Im Produktionsalltag kommen hauptsächlich aufgebesserte LWC-Papiere („LWC Improved“) zum Einsatz. Deshalb empfehlen ECI, bvdm und Fogra für Farbumwandlung und Proof für Rollenoffset auf LWC-Papieren generell das neue Profil „PSO LWC Improved (ECI)“ als Nachfolger für das Profil „ISO Web Coated“. Das zweite neue Profil „PSO LWC Standard (ECI)“ soll lediglich für Proofs für den Druck auf leicht gelblichem Standard LWC-Papier verwendet werden.

Besonderheit „Uncoated“ – warum Charakterisierungsdaten und ICC-Profil mit „praxisfremden“ Farborten

Idealerweise werden für die Proofkontrolle und für die Prozesssteuerung im Druck dieselben CIELAB-Farbwerte verwendet. Als Arbeitsmittel zur praktischen Umsetzung der internationalen Druckprozessnorm sollten die Charakterisierungsdaten zudem die Sollwerte der ISO 12647-2 enthalten. Voraussetzung hierfür ist, dass auf praxisüblichen Papieren gemessene Farbwerte des Papiertons und der Druckfarben mit den Sollwerten der ISO 12647-2 (Druckprozesssteuerung) und den entsprechenden Fogra-Charakterisierungsdaten (Proof) übereinstimmen. Bei den Papiertypen 1+2 für Offsetdruck auf glänzend und mattgestrichenem Papier stimmen die in der Praxis gemessenen Farbwerte (FOGRA39, „ISO Coated v2“) weitgehend mit den Sollwerten überein. Wenn diese Sollwerte sowohl im Proof als auch im Auflagendruck gut erreicht werden, stimmen Proof und Druck auch visuell gut überein. Bei Offsetdruck auf ungestrichen weißem Papier (PT4) ist dies wegen des deutlich höheren Anteils optischer Aufheller in praxisüblichen ungestrichenen Offsetpapieren nicht der Fall. Der Papierton typischer ungestrichen weißer Auflagenpapiere weist bei normgerechter Farbmessung (ohne UV- oder POL-Filter) einen b*-Wert von -6 und mehr auf. Dies entspricht einem Blauton und würde folglich zu unbrauchbaren Proofergebnissen bei der Papiertonsimulation und der Wiedergabe heller Farbtöne führen. Um Proofs zu ermöglichen, die visuell gut mit dem Auflagendruck übereinstimmen, weichen die CIELAB-Farbwerte der neuen Charakterisierungsdaten für Offsetdruck auf ungestrichen weißem Papier (FOGRA47) von den „blaustichigen“ Messdaten typischer ungestrichen weißer Papiere ab.

Praxisempfehlung „Uncoated“-Proofs

Eine weitere Besonderheit ist beim Proofen für den Druck auf ungestrichenem Papier zu beachten: Das für „Coated“-Proofs üblicherweise verwendete semimatte Proofpapier ergibt auch bei sehr gutem messtechnischem Ergebnis der Medienkeilauswertung eine schlechte visuelle Proof-Druck-Übereinstimmung. Die Verwendung von für den Druck auf Proofdruckern aufbereitetem ungestrichenem Proofpapier ergibt die bestmögliche messtechnische Übereinstimmung mit den Sollwerten aus der Charakterisierungsdatei und sorgt zudem für die bestmögliche visuelle Übereinstimmung von Proof und Druck.

Welches Profil soll ich nehmen?

Grundsätzlich gilt die Empfehlung, für Farbumwandlung und Proof das zur Druckbedingung passende Profil zu wählen. Eine Übersicht der ECI-Offsetprofile und Druckbedingungen finden Sie ab Seite 4 im PDF-Manual. Einige Papierhersteller und -Lieferanten geben zu den angebotenen Papieren die entsprechende Druckbedingung (Nummer der Fogra-Charakterisierungsdaten) und das passende ECI-Offsetprofil an. Wenn nicht bekannt ist, in welchem Druckverfahren später gedruckt werden soll, ist ISO Coated v2 300% (ECI) eine gute Wahl. Die Version des „ISO Coated“-Profils mit 300% maximaler Flächendeckung zeichnet sich durch den flexibleren Einsatz sowohl für Bogen- als auch Rollenoffset aus. Darüberhinaus lassen sich mit diesem ICC-Profil aufbereitete Druckvorlagendaten noch sehr gut in ein CMYK für eine andere Druckbedingung umrechnen. Die größte Produktionssicherheit erreicht man jedoch, wenn Druckvorlage und Druckbedingung von vornherein genau zusammenpassen.

Wo sind die Daten verfügbar, ab wann sind sie anwendbar?

Wie gewohnt stehen die neuen ECI-Profile auf der ECI-Website www.eci.org zum kostenlosen Download bereit. Die Charakterisierungsdaten FOGRA45 bis FOGRA47 stehen wie üblich auf der Webseite der Fogra zum kostenlosen Download bereit (www.fogra.org). ECI, bvdm und Fogra empfehlen, die neuen Profile und Charakterisierungsdaten ab sofort einzusetzen.

ECI Offset-Profile (2008)

Hinweis: Sie können das hier beschriebene Paket mit den ECI-Offsetprofilen im Bereich „Downloads“ herunterladen.

Zusätzliche Charakterisierungs­daten und ICC-Profile für Standard-Druckbedingungen

Seit Juli 2008 sind neue Charakterisierungsdaten und ICC-Profile für vier neue Druckbedingungen verfügbar. Die Charakterisierungsdaten „FOGRA41“ für Heatset-Rollenoffsetdruck auf MFC-Papier (Machine Finished Coating) und „FOGRA42“ für Heatset-Rollenoffsetdruck auf Standardzeitungspapier (SNP, Standard Newsprint) basieren auf Testdrucken des ECI-Arbeitskreises Rollenoffset. Speziell für den Offsetdruck mit nicht-periodischem Raster (NP-Screening), auch bekannt unter dem Begriff FM-Raster (FM: frequenzmodulierter Raster) gelten die beiden Charakterisierungsdaten „FOGRA43“ (gestrichenes Bilderdruckpapier, Papiertypen 1+2) sowie „FOGRA44“ für ungestrichen weißes Offsetpapier (Papiertyp 4).

Warum spezielle ICC-Profile und Charakterisierungs­daten für nicht-periodische Raster?

Die neuen Charakterisierungsdaten für den Offsetdruck mit nicht-periodischen (NP) Rastern stammen aus einem Forschungsprojekt der Fogra. Erwartungsgemäß ergaben umfangreiche Druckversuche auf gestrichenen und ungestrichenen Papieren mit NP-Rastern verschiedener Hersteller im Vergleich zum konventionellen AM-Raster (AM: amplitudenmoduliert) deutlich höhere Tonwertzunahmen. Aus den folgenden Gründen ist es nicht empfehlenswert, die erhöhte Tonwertzunahme bei der Plattenbelichtung an die Sollwerte des betreffenden Papiertyps anzupassen:

  1. Zwischen Drucken im AM- und FM-Raster sind auch bei identischer Tonwertzunahme und identischen CIELAB-Werten der CMYK-Volltonfarben deutliche Farbunterschiede bei Flächen gleichen Tonwerts zu sehen.
  2. Im Unterschied zu Drucken im AM-Raster haben verschiedene Papiertypen bei nicht-periodischen Rastern keinen nennenswerten Einfluss auf die Tonwertzunahme.
  3. Alle vier Druckfarben weisen dieselbe Tonwertzunahme auf, wogegen beim Druck mit AM-Raster die Tonwertzunahme der Druckfarbe Schwarz um 2 – 3 Prozent höher liegt als bei den Buntfarben Cyan, Magenta und Gelb.
  4. Die Korrektur hoher Tonwertabweichungen bei der Plattenbelichtung kann zu Fehlern (z.B. stufigen Verläufen) führen und sollte deshalb möglichst vermieden werden. Folglich gilt für alle Papiertypen und Druckfarben orientiert an den Tonwertzunahmekurven der ISO 12647-2 die Kurve F mit einer Tonwertzunahme von 28 Prozent (bei 40% in der Datei) als Vorgabe für die Prozesskontrolle des Offsetdrucks mit nicht-periodischem Raster.

Was bedeuten die Buchstaben PSO am Anfang der Profilnamen?

PSO steht für ProzessStandard Offsetdruck. Mit der Kennzeichnung des Druckverfahrens am Anfang der Profilnamen setzt die ECI für den Offsetdruck fort, was für den Tiefdruck mit dem Kürzel PSR (Process Standard Rotogravure) schon seit langem gilt. Herausgeber des PSO ist der Bundesverband Druck und Medien (bvdm). Ausgangspunkt des PSO sind internationale Normen, insbesondere die Druckprozessnorm ISO 12647-2 für den Bogen- und Heatset-Rollenoffsetdruck sowie die Normserie ISO 15930 für die Erzeugung von Druckdaten im PDF/X-Format. Der PSO dient der praktischen Anwendung der ISO-Normen bei allen Arbeitsschritten der Druckmedienproduktion von der Datenerzeugung bis zum Auflagendruck sowie der messtechnischen und damit objektiven Qualitätskontrolle. Für die Qualitätskontrolle des Auflagendrucks verweist der PSO ausdrücklich auf die Parameter, Sollwerte und Toleranzen der ISO 12647-2. Darüberhinaus gelten für die Qualitätskontrolle von Proofs die CIELAB-Werte aus den Fogra-Charakterisierungsdaten.
Um die praktische Anwendung der Norm zu erleichtern, umfasst der PSO eine Reihe von Arbeitsanleitungen sowie Verweise auf Arbeitsmittel von Organisationen wie der Fogra, der ECI und der Ugra. Verkürzt ausgedrückt lautet der Zusammenhang zwischen ISO Normen und PSO: Die ISO definiert das Ziel, der PSO den Weg dorthin. Dies ist auch an den Namen der ECI-Profile zu erkennen, die einen Verweis auf die jeweilige ISO Norm enthalten. Der Verweis auf die ISO Norm fehlt lediglich bei Profilen für Papiertypen, die in der ISO 12647-2 noch nicht enthalten sind, also bei MFC (machine finished coating) und SNP (Standard Newsprint). Obwohl in den Profilnamen für den Offsetdruck auf SC-, MFC und SNP-Papier der ausdrückliche Verweis auf die ISO Norm fehlt, wurden wie bei allen Druckserien zur Erzeugung der Charaktersisierungsdaten die Vorgaben der ISO 12647-2 angewendet. Das gilt insbesondere für die Tonwertzunahmekurven. Einen Verweis auf die jeweils verwendeten Tonwertzunahmekurven in der ISO 12647-2 finden Sie in der Tabelle auf Seite 4 im PDF „ECI_Offset_2008_DE.pdf“ das im Paket „Offset_2008“ enthalten ist, sowie in der Infodatei des betreffenden Profils.

Welche neuen Profile sind verfügbar?

Die beiden ECI-Profile „PSO MFC Paper (ECI)“ und „PSO SNP Paper (ECI)“ gelten für den Heatset-Rollenoffsetdruck auf MFC (machine finished coating) und SNP (Standard Newsprint) Papier. Diese Profile ergänzen das bereits seit 2007 verfügbare Profil „SC Paper (ECI)“, um Druckdatenerzeugung und Proof für den Heatset-Rollenoffsetdruck auf diesen Papieren zu verbessern. Die entsprechenden Charakterisierungsdaten „FOGRA41“ für MFC- und „FOGRA42“ für SNP-Papier wurden von der Arbeitsgruppe Rollenoffset der ECI auf der Basis von umfangreichen Druckserien in mehreren europäischen Druckereien ermittelt. Für den Offsetdruck mit nicht-periodischem Raster bietet die ECI drei Profile an. Die beiden Profile für matt oder glänzend gestrichenes Papier unterscheiden sich lediglich in der Tonwertsumme. Eine Variante namens „PSO Coated NPscreen ISO12647 (ECI)“ mit 330 Prozent Tonwertsumme sowie „PSO Coated 300% NPscreen ISO12647 (ECI)“ mit 300 Prozent Tonwertsumme, beispielsweise für den Rollenoffsetdruck. Beide Profile basieren auf der Charakterisierungsdatei „FOGRA43“ (20 µm). Das Profil „PSO Uncoated NPscreen ISO12647 (ECI)“ für Offsetdruck mit nicht-periodischem Raster (30 µm) auf ungestrichen weißem Papier basiert auf der Charakterisierungsdatei „FOGRA44“.

Welches Profil soll ich nehmen?

Grundsätzlich gilt die Empfehlung, für Farbumwandlung und Proof das zur Druckbedingung passende Profil zu wählen. Eine Übersicht der ECI-Offsetprofile und Druckbedingungen finden Sie im PDF „ECI_Offset_2008_DE.pdf“ das im Paket_Offset_2008 enthalten ist. Einige Papierhersteller und -Lieferanten geben zu den angebotenen Papieren die entsprechende Druckbedingung (Nummer der Fogra-Charakterisierungsdaten) und das passende ECI-Offsetprofil an. Wenn nicht bekannt ist, in welchem Druckverfahren später gedruckt werden soll, ist ISO Coated v2 (ECI) eine gute Wahl, da mit diesem ICC-Profil aufbereitete Druckvorlagendaten sich noch sehr gut in ein CMYK für eine andere Druckbedingung umrechnen lassen. Die größte Produktionssicherheit erreicht man jedoch, wenn Druckvorlage und Druckbedingung von vornherein genau zusammenpassen.

Wo sind die Daten verfügbar, ab wann sind sie anwendbar?

Wie gewohnt stehen die neuen ECI-Profile auf der ECI-Website www.eci.org zum kostenlosen Download bereit. Um die Auswahl zu erleichtern, enthält das Profilpaket „ECI_Offset_2008“ sowohl die neuen Profile als auch die nach wie vor aktuellen Profile des Pakets „ECI_Offset_2007“. Die Charakterisierungsdaten FOGRA41 bis FOGRA44 stehen wie üblich auf der Webseite der Fogra zum kostenlosen Download bereit (www.fogra.org). Da alle Profile des Pakets „ECI_Offset_2007“ nach wie vor aktuell sind und lediglich durch neue Profile ergänzt wurden, empfehlen ECI, bvdm und Fogra die neuen Profile und Charakterisierungsdaten ab sofort einzusetzen.

ECI Offset-Profile (2007)

Hinweis: Sie können das hier beschriebene Paket mit den ECI-Offsetprofilen im Bereich „Downloads“ herunterladen.

Neue Charakterisierungsdaten und ICC-Profile für Standard-Druckbedingungen

Aufgrund optimierter Sollwerte der ISO 12647-2 empfehlen bvdm, ECI und Fogra zu Beginn des Jahres 2007 die Anwendung neuer Fogra-Charakterisierungsdaten und ECI-Profile. Die neuen Sollwerte sind in einem so genannten Amendment enthalten und ersetzen die entsprechenden Vorgaben der Norm. Das Amendment zur ISO 12647-2 erscheint im Januar 2007 als Ergänzung zur Norm. Das Amendment enthält überarbeitete CIELAB-Sollfarborte für die Primär-, Sekundär-und Tertiärfarben. Alle übrigen Teile der Norm ISO 12647-2 bleiben unverändert gültig.

Verbesserung des bewährten Offset-Profils „ISO Coated“

Das bisherige, bewährte Offset-Profil „ISO Coated“ verändert sich demnach nicht grundlegend sondern wird in bestimmten Bereichen optimiert. Beispielsweise ist der Farbort des Cyan jetzt besser den Praxisbedingungen angepasst. Sämtliche normativen Sollfarborte der Primärfarben und der Papierfärbung aus ISO 12647-2 wurden nun identisch in die Charakterisierungsdaten und die ICC-Profile übernommen. Die informativen Sollfarborte der Sekundärfarben wurden, ausgehend von den Werten des Amendments, weiter optimiert und ideal den Praxisdruckbedingungen angepasst, wie sie in zahlreichen Drucktestserien z.B. in Europa ermittelt wurden. Die neuen Fogra-Charakterisierungsdaten und ECI-Profile wurden ausführlichen Überprüfungen und Tests unterzogen und werden nun zur Anwendung bereit gestellt.

Wesentliche Verbesserungen haben mit der Charakterisierungsdatei zu tun: * Identische Sollwerte für die Primärfarben in Charakterisierungsdaten und ISO Norm: Die Sollwerte der Primärfarben in FOGRA39 entsprechen exakt den Werten der ISO 12647-2:2004/ Amd 1 (Stand 2007). Die leidige Qual der Wahl »FOGRA- oder ISO-Sollwerte« gehört damit der Vergangenheit an. * Praxisgerechte Anpassung der Sollwerte für die Sekundärfarben Grün und Blau: Die Farborte für Grün und Blau wurden an Werte angepasst, die in einer Vielzahl ausgewerteter Drucke ermittelt wurden. Dies gilt insbesondere für den erfahrungsgemäß kritischen Blau-Bereich (im Druck verglichen zum Proof in der Regel rötlich violett). * Praxisgerecht reduzierte maximale Farbsumme: Durch die Reduzierung der Flächendeckungssumme von 350% auf 330% (Wert beim Profilerstellen) wird die Praxisanforderung vieler Drucker umgesetzt, die zur Vermeidung von Druckproblemen eine geringere Tonwertsumme benötigen. Details zur Profilerstellung finden Sie wie bisher in den jeweiligen Infodateien.

Welche neuen Profile sind verfügbar?

Für zwei Standarddruckbedingungen werden Profile neu herausgegeben und von bvdm, ECI und Fogra gemeinsam zur Anwendung empfohlen: * „ISO Coated v2 (ECI)“ sowie „ISO Coated v2 300% (ECI)“ in einer Variante mit geringerer Tonwertsumme (300%) beispielsweise für den Rollenoffsetdruck. Beide Profile basieren auf den Charakterisierungsdaten „FOGRA39L“. * Das dritte neue ECI-Profil namens „SC Paper (ECI)“ gilt für den Rollenoffsetdruck auf SC-Papier (super calandered, satiniert). Ein SC-Profil wurde wiederholt von Rollenoffsetdruckereien nachgefragt, es war im Rahmen der bisherigen ICC-Profile der ECI nach ISO 12647-2 nicht verfügbar. Deshalb wurde in der Arbeitsgruppe Rollenoffsetdruck der ECI, in der der bvdm mitwirkt, ein SC-Profil erarbeitet. Ausgehend von der Standarddruckbedingung für Papiertyp 3 (LWC) wurde auf der Basis von Testdrucken mit SC-Papieren von vier Herstellern bei fünf europäischen Druckereien die Charakterisierungsdaten und das Profil sorgfältig ermittelt. Dieses Profil basiert auf den Charakterisierungsdaten „FOGRA40L“.

Was ist mit den weiteren Offset-Druckbedingungen?

Die Profile „ISO Web Coated“ „ISO Uncoated“ „ISO Uncoated Yellowish“ basierend auf den Charakterisierungsdaten “FOGRA28”, “FOGRA29” und “FOGRA30” bleiben weiterhin gültig. Sie werden ab Anfang 2007 gemäß den Sollwerten des Amendments überprüft und, wo erforderlich, überarbeitet. Nach entsprechenden Analysen, Tests und Anwendungen in Proof und Auflagendruck werden auch zu diesen Druckbedingungen modifizierte Daten verfügbar gemacht.

Wo sind die Daten verfügbar, ab wann sind sie anwendbar?

Die ECI-Profile „ISO Coated v2 (ECI)“; „ISO Coated v2 300% (ECI)“ und „SC Paper (ECI)“ stehen zur Anwendung wie gewohnt auf der ECI-Webseite www.eci.org zum kostenlosen Download bereit. Um die Auswahl zu erleichtern, enthält das Profilpaket „ECI_Offset_2007“ sowohl diese neuen Profile als auch die nach wie vor aktuellen Profile für die Papiertypen 3, 4 und 5. Die Charakterisierungsdaten FOGRA39L und FOGRA40L stehen wie üblich auf der Webseite der Fogra zum kostenlosen Download zur Verfügung (www.fogra.org). Die Anwendung der neuen Daten kann ab sofort erfolgen. ECI, bvdm und Fogra empfehlen, baldmöglichst, spätestens bis Anfang April 2007, auf die neuen ECI-Offetprofile umzustellen und das bisherige Profil „ISO Coated“ bzw. die Charakterisierungsdaten „FOGRA27“ dann nicht mehr in der Produktion einzusetzen.

ECI Offset-Profile (2004)

Hinweis: Sie können die hier beschriebenen Pakete mit den ECI-Offsetprofilen im Bereich “Downloads” herunterladen.

Welches Profil soll ich denn nehmen?

Diese Frage stellen sich nicht nur Farbmanagement-Novizen auf der Suche nach „dem“ Offsetprofil, sondern angesichts der Vielzahl kursierender Offsetprofile und möglicher Druckvarianten auch erfahrene Profis. Um Anwendern die Nutzung professioneller Profile zu erleichtern, veröffentlichte die ECI Anfang 2003 Offsetprofile.

Die neuen Versionen (erstellt im September und November 2003) lösen die Profile der beiden Pakete „basic“ und „expert“ ab. Die ECI empfiehlt den konsequenten Einsatz der neuen Profile, da diese sowohl dem aktuellen Stand der Normung entsprechen als auch im standardisierten Druck erzielbare Färbungsergebnisse repräsentieren. Die Profile der Pakete „basic“ und „expert“ sollten folglich nur noch verwendet werden, bis laufende Aufträge abgeschlossen sind. Die alten Profile stehen jedoch weiterhin zum Download zur Verfügung.

Wie kann man den Unterschied erkennen?

Die neuen ICC-Profile sind im September und November 2003 erstellt worden, die bisherigen ICC-Profile wurden im Dezember 2002 und Januar 2003 erstellt. Ausserdem enden die Dateinamen der bisherigen ICC-Profile auf “…sb.icc”, wohingegen die Buchstaben “sb” in den Dateinamen der neuen ICC-Profile nicht mehr vorkommen. Beispiel: bisher “ISOcoatedsb.icc”, jetzt “ISOcoated.icc”. Dies gilt analog auch für den internen Namen der ICC-Profile, wie er in den Applikationen angezeigt wird: bisher “ISO Coated sb”, jetzt “ISO Coated”.

Hinweis:

Profilauswahl

Der aktuelle Stand der Normung sowie die Erfahrungen mit den Profilen des „basic“- und „expert“-Pakets erlauben eine deutliche Vereinfachung der Profilauswahl. Anstelle der 16 Profile des alten „expert“-Pakets enthalten die neuen Pakete „offset“ und „continuous“ lediglich vier Profile für den Akzidenzoffsetdruck (Bogen- und Rollenoffset) sowie zwei Profile für den Endlosdruck.

Alle Profile basieren ausschließlich auf Farbmessung mit weißer Messunterlage. Die Kennung der Messunterlage (sb/bb) im Profilnamen ist somit überflüssig. Sie erkennen die neuen Offsetprofile folglich am kürzeren Dateinamen. Eine schwarze Messunterlage ist gemäß aktuellem ProzessStandard Offsetdruck (Stand Mai 2003) nur noch für die Prozesskontrolle im Schön- und Widerdruck vorgesehen. Die Eigenschaften der weißen Messunterlage sind normiert. Welche Papiere als Unterlage für die normgerechte Messung auf Geräten mit schwarzem Messtisch geeignet sind, erfahren Sie unter www.fogra.org.

Auf Profile für den Druck im 70er Raster wurde angesichts des geringen Tonwertunterschieds zum Druck im 60er Raster verzichtet. Der von der etwas höheren Tonwertzunahme verursachte Farbunterschied des 70er Rasters ist geringer als prozessbedingt über die Auflage zu akzeptierende Farbschwankungen. Im Interesse einer Vereinfachung der Profilauswahl wurde deshalb auf Profile im 70er Raster verzichtet. Die Profile für den Druck im 60er Raster gelten folglich auch für den Druck im 70er Raster.

Eine Unterscheidung zwischen „expert“- und „basic“-Paketen ist somit hinfällig. Um eine praxisgerechte Auswahl nach Druckverfahren zu erleichtern, finden Sie die ECI-Offsetprofile neu sortiert in den Paketen „offset” für Akzidenzoffset und „continuous” für Endlosdruck.

„offset“-Paket

Dieses Paket enthält vier Profile für den standardisierten Akzidenzoffsetdruck im 60er und 70er Raster. Die ECI empfiehlt das Profil „ISOcoated.icc“ als Grundeinstellung für den CMYK-Arbeitsfarbraum in Photoshop. Dieses Profil gilt für Offsetdruck auf glänzend und matt gestrichenem Papier. Die übrigen Profile des „offset“-Pakets gelten für Offsetdruck auf ungestrichenem Papier mit weissem bzw. gelblichem Papierton, sowie für das vor allem im Rollenoffsetdruck verwendete LWC-Papier.

„continuous“-Paket

Dieses Paket enthält zwei Profile für den Endlosdruck. Das Profil „ISOcofcoated.icc“ gilt für Endlosdruck auf matt gestrichenem Papier im 60er Raster – das Profil „ISOcofuncoated.icc“ repräsentiert Endlosdruck auf ungestrichenem weißen Papier bei einer Rasterweite von 54/cm. 


Profilerstellung

Programmversion und Programmeinstellungen für die Profilerstellung wurden unverändert übernommen. Details zur Profilerstellung finden Sie wie bisher in den jeweiligen Infodateien. Die neuen Offsetprofile wurden unter Verwendung der Charakterisierungsdaten FOGRA27L bis FOGRA32L erstellt, die im Vergleich zu den alten Charakter-isie-rungs–daten eine Reihe von Verbesserungen aufweisen.

Die neuen FOGRA-Charakterisierungsdaten basieren auf gemittelten, geglätteten und an die Soll-Tonwertzunahmekurven angepassten Messungen in Auflagendrucken des „Altona Test Sui-te“-Anwendungspakets. Um unter Produktions-bedingungen die in den Profilen charakterisierten Farben nach-drucken und proofen zu können, wurden für diese Referenzdrucke marktgängige Papiere und Skalenfarben nach den in der Norm festgelegten Eigenschaften ausgewählt.

Da die Tonwertzunahmekurven den größten Einfluss auf die Farbwiedergabe im Druck haben, wurde bei der Prozesskontrolle besonderer Wert auf die Einhaltung der kompletten Soll-Tonwertzunahmekurven geachtet – also nicht nur auf die im Druck üblicherweise gemessenen Felder mit 40 oder 80 Prozent Tonwert. Die Referenzdrucke wurden unter Praxisbedingungen, d.h. mit Farben einer gängigen Farbserie, gedruckt. Im Interesse homogener Farbseparationen wurden verfahrensbedingt unvermeidliche leichte Abweichungen der Tonwertzunahmekurven der Referenzdrucke in den FOGRA-Charakterisierungsdaten auf die Sollkurven korrigiert.

Auf eine technisch mögliche Anpassung an die idealisierten Farborte der Norm für die Volltöne der Druckfarben und den Papierfarbton wurde hingegen verzichtet. Andernfalls würden die Charakterisierungsdaten und Profile nicht mehr zu den für eine visuelle Kontrolle wichtigen Auflagendrucken des „Altona Test Suite“-Anwendungspakets passen.

Mittlerweile vorliegende Druckergebnisse zeigen zudem, dass für Farben im Übereinanderdruck – Rot, Grün, Blau – die neuen Charakterisierungsdaten realen Druckergebnissen weitaus besser entsprechen als die alten Charakterisierungsdaten. Zudem entsprechen die neue Charakterisierungsdaten sowie das neue Profil für Papiertyp 3 ( LWC ) nun den im Rollenoffset erzielbaren Druckergebnissen deutlich besser als die Vorgängerversionen.

Die neuen FOGRA-Charakterisierungsdaten und die damit erstellten neuen ECI-Offset-profile stellen folglich den bestmöglichen Kompromiss zwischen praktischem Nutzen und dem genauen Erreichen idealisierter Normwerte dar.

„offset“-Paket

Übersicht der Profile für den Akzidenzoffsetdruck (Bogen- und Rollenoffset):

ISOcoated.icc Papiertyp 1 und 2, gl. und matt gestrichen Bilderdruck, 60/cm, FOGRA27L

ISOwebcoated.icc Papiertyp 3, gl. gestrichen Rollenoffset (LWC), 60/cm, FOGRA28L

ISOuncoated.icc Papiertyp 4, ungestrichen weiß Offset, 60/cm, FOGRA29L

ISOuncoatedyellowish.icc Papiertyp 5, ungestrichen leicht gelblich Offset, 60/cm, FOGRA30L

„continuous“-Paket

Übersicht der Profile für den Endlosdruck:

ISOcofcoated.icc Papiertyp 2, matt gestrichen Bilderdruck, 60/cm, FOGRA31L

ISOcofuncoated.icc Papiertyp 4, ungestrichen weiß Offset, 54/cm, FOGRA32L

Hinweis: Obwohl die von der ECI zum Download bereit gehaltenen ICC-Profile “ISO” als Namensbestandteil enthalten, handelt es sich nicht um “offizielle” ISO-Profile. Die Verwendung von “ISO” im Namen dieser Profile dient vielmehr ausschließlich dem Zweck darauf hinzuweisen, dass diese Profile auf Charakterisierungsdaten beruhen, die aus einer Reihe von Druckdaten nach Maßgabe des ISO-Standards ISO 12647-2 ermittelt wurden.

ECI Offset-Profile (2002/2003)

Wichtiger Hinweis:

Die nachstehend beschriebenen ECI-Offset-Profile sind inzwischen abgelöst worden durch die neuen ECI Offset-Profile vom März 2004 (siehe weiter oben). Sie können jedoch bei Bedarf weiterhin im Bereich “Downloads” heruntergeladen werden.

Basis-Paket (StuffIt-Archiv, ca. 4.5 MB)

enthält je ein Profil (Erläuterung siehe weiter unten) für die Papierklassen 1/2, 3, 4 und 5 nach ISO 12647-2 (glänzend/matt gestrichenes, LWC, ungestrichenes und gelblich ungestrichenes Papier) auf der Grundlage aktualisierter Messdaten der FOGRA vom Herbst 2002.

Experten-Paket (StuffIt-Archiv, ca. 18 MB)

enthält je vier Profile (Erläuterung siehe weiter unten) für die Papierklassen 1/2, 3, 4 und 5 nach ISO 12647-2 (glänzend/matt gestrichenes, LWC, ungestrichenes und gelblich ungestrichenes Papier) auf der Grundlage aktualisierter Messdaten der FOGRA vom Herbst 2002.

Die zugrundeliegenden Messdaten stehen bei der FOGRA (www.fogra.org) für den kostenlosen Download zur Verfügung.

Welches Offsetprofil soll ich denn nehmen?

Diese Frage stellen sich nicht nur Farbmanagement Novizen auf der Suche nach „dem“ Offset-Profil sondern angesichts der Vielzahl kursierender Offsetprofile und möglicher Druckvarianten auch erfahrene Profis.

Die hier veröffentlichten ECI-Offsetprofile repräsentieren den aktuellen ProzessStandard Offsetdruck des Bundesverbands Druck und Medien (www.bvdm-online.de) bzw. die neue Fassung der internationalen Norm für den Offsetdruck ISO 12647-2:2002+, die voraussichtlich Ende 2003 verabschiedet wird.

Alle Profile wurden mit den offiziellen Offset-Charakterisierungsdaten der FOGRA (www.fogra.org) erstellt. Diese Daten repräsentieren die Vorgaben des Offsetstandards insbesondere hinsichtlich der exakten Einhaltung der Sollwerte für die Tonwertzunahmen in bislang unerreichter Qualität.

Um Ihnen die Auswahl des richtigen Profils zu erleichtern, haben wir die 16 ECI-Offsetprofile in zwei Gruppen zusammengefaßt – einem Basis- sowie einem Expertenpaket. Detailinformationen über die jeweilige Druckbedingung, den Namen der entsprechenden FOGRA Charakterisierungsdatei, sowie zu den Programmeinstellungen bei der Profilerzeugung finden Sie in den Read-Me Dateien zu den einzelnen Profilen.

Basispaket

Dieses Paket enthält vier Offsetprofile. Die ECI empfiehlt das Profil ISOcoatedsb.icc als Grundeinstellung für den CMYK-Arbeitsfarbraum in Photoshop. Dieses Profil gilt für Offsetdruck auf glänzend und matt gestrichenem Papier. Die übrigen Profile des Basispakets gelten für Offsetdruck auf ungestrichenem Papier mit weissem bzw. gelblichem Papierton, sowie für das vor allem im Rollenoffsetdruck verwendete LWC-Papier. Damit deckt das Basispaket alle Druckbedingungen der Offsetstandardisierung ab.

Expertenpaket

Das Expertenpaket umfasst Profile für alle 16 FOGRA Offset-Charakterisierungsdaten (FOGRA11L.txt – FOGRA26L.txt). Grundlage sind wie im Basispaket die vier Papiervarianten glänzend/matt gestrichen, Rollenoffset (LWC) sowie zwei ungestrichene Papiere die sich lediglich im Papierton weiss und gelblich unterscheiden. Neben den vier Profilen des Basispakets die für 60er Raster (150 lpi) gelten umfasst das Expertenpaket auch Profile für Druck im 70er Raster (175 lpi). Darüberhinaus liegen die Profile für die beiden Rasterweiten in zwei Varianten vor die sich in einem wichtigen Detail unterscheiden: der >Messunterlage bei der Erstellung der FOGRA-Charakterisierungsdaten. Im Dateinamen mit „sb“ (substrate backing) gekennzeichnete Profile basieren auf Farbmessungen mit unbedruckten Bogen Auflagenpapier als Messunterlage. Das Kürzel „bb“ (black backing) bedeutet, dass die Charakterisierungsdaten auf Farbmessungen mit schwarzer Unterlage beruhen.

Messunterlage bei der Profilerstellung

Die Wahl der Messunterlage soll den Einfluss des Rückseitendrucks auf die Farben simulieren. Vor allem bei stark durchscheinenden Papieren hängt die Farbwirkung davon ab ob, bzw. wie dunkel die Papierrückseite bedruckt ist. Farben erscheinen heller oder dunkler je nachdem wie hell etwa ein Bild auf der Papierrückseite ist. Gut zu sehen ist der Effekt vor allem dann, wenn nur ein Teil der betrachteten Farbfläche auf der Papierrückseite bedruckt ist. Aus demselben Grund kann die vollflächige Unterlage bei der Farbmessung den realen Effekt einer unvollständig bedruckten Rückseite naturgemäß nur unzureichend simulieren.

Da zudem der Rückseitendruck die Farben auf der betrachteten Vorderseite erfahrungsgemäß selten so stark abdunkelt wie eine schwarze Unterlage, empfiehlt die ECI Auflagenpapier als Messunterlage für die Erzeugung von ICC-Profilen und damit die mit „sb“ gekennzeichneten Profile.