eciRGB_v2 - das Update zu eciRGB 1.0

Das eciRGB_v2-Profil stellt eine technische Überarbeitung des bestehenden RGB-Arbeitsfarbraumprofils der ECI – eciRGB 1.0 – dar. Es wird von der ECI in die ISO-Normierung eingebracht und als Teil der Normenreihe ISO 22028 genau spezifiziert. Für die ECI stellt das einen wichtigen Schritt dar, um die bereits vorherrschende Verbreitung und Verwendung des Profils weiter zu unterstreichen und durch die ISO-Normierung dieses als weltweites RGB-Standardprofil für den Einsatz als Arbeitsfarbraum in der graphischen Industrie präsentieren zu können.

Die deutlichste Verbesserung stellt die visuelle Gleichabständigkeit dar – “Umrechnungsverluste” zwischen Daten und Auge gehören damit der Vergangenheit an: Das Gamma 1.8 wird durch eine L*-Charakterisierung abgelöst, wie sie im theoretisch optimalen CIELAB Farbraum kodiert ist. Diese Kodierungseffiizienz ist vor allem in den Tiefen von großem Vorteil, da sich die Gefahr von Abrissen, vor allem beim Editieren, deutlich verringert.

Durch Farbraumkonvertierungen verursachte Fehler (z.B. Banding oder Farbkipper) werden durch die Verwendung von eciRGB_v2 auf das aktuell technisch möglichste Minimum reduziert.

Die Fokussierung auf den Print- und Publishing-Markt hat dabei in keiner Weise gelitten – der Farbumfang (Gamut) des eciRGB_v2-Profils wie auch dessen Weißpunkt sind mit dem des ursprünglichen eciRGB 1.0 Profils identisch.

Generell empfiehlt die ECI, bereits bei der Datenerstellung mit dem neuen eciRGB_v2-Profil zu arbeiten. Dies gilt vor allem beim Konvertieren von RAW-Daten oder 16 Bit-Material in 8 Bit Farbtiefe.

Was passiert mit den alten Bildern?

Für laufende Projekte, die nicht in eciRGB_v2 vorliegen, wird von einer Konvertierung zu eciRGB_v2 abgeraten, um unnötigen Konvertierungen oder – noch fataler – dem Zuweisen des falschen RGB-Profils vorzubeugen. Insbesondere 8 Bit-Daten, die bereits in eciRGB 1.0 vorliegen, sollten mit dem eingebetteten (eciRGB 1.0-) Profil in diesem Farbraum verbleiben, da jegliche Art von Konvertierung zwischen Farbräumen zu Verlusten führt.

Sollten Sie dennoch Ihr bestehendes Bildmaterial in den neuen Farbraum überführen wollen, so muss dieses nach eciRGB_v2 konvertiert werden. Das einfache Zuweisen von eciRGB_v2 als Quellprofil wäre falsch und führt zu einer Farb- und Helligkeitsverschiebung. Wie bereits erwähnt, gibt es aus technischer Sicht keinen Grund die alten Daten umzurechnen!

Sie können das “eciRGB_V2”-Profil im Bereich “Downloads” kostenlos herunterladen.

eciRGB 1.0 - von der ECI als Arbeitsfarbraum empfohlen

In der Praxis stellt sich häufig die Frage nach dem idealen Arbeitsfarbraum. Bereits 1999 erarbeitete und veröffentlichte die ECI hierzu ein ICC-Profil “eciRGB 1.0”, das für das medienneutrale Vorhalten und Bearbeiten von Bilddaten empfohlen wird.

Eine im Herbst von der Ifra anlässlich der Ifra Expo 2003 in Leipzig vorgestellte Untersuchung der Ugra ergab, das sich eciRGB 1.0 in der Tat ideal als Arbeitsfarbraum für das Erstellen von Druckvorlagen eignet. Andere ICC-Profile für die Verwendung als Abreitsfarbraum - wie z.B. das weit verbreitete “Adobe RGB” - eignen sich jedoch durchaus auch in ähnlich guter Weise.

Sie können das “eciRGB 1.0”-Profil im Bereich “Downloads” kostenlos herunterladen.

Was ist eciRGB 1.0, und wem nützt es?

eciRGB 1.0 ist ein von der European Color Initiative (ECI) empfohlener RGB-Farbraum als Arbeits- und Austauschfarbraum für Werbeagenturen, Verlage, Reprounternehmen und Druckereien.

Die ECI entwickelte diesen Farbraum im Jahr 1999 und empfiehlt ihn seither aus verschiedenen Gründen:

  • Bis Version 5.5 hat Photoshop standardmäßig das Monitorprofil des jeweiligen Computers als Arbeitsfarbraum verwendet. Eine eher schlechte Idee, wenn man bedenkt, dass jeder Computer ein anderes Monitorprofil hat und dass ein Arbeitsfarbraum – zumindest innerhalb einer Produktionsstrecke – sich nicht von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz unterscheiden sollte!
  • Monitore können verschiedene Farbbereiche nicht darstellen, die hingegen in den meisten gängigen Druckverfahren wiedergegeben werden können. Bekannte Kandidaten hierfür sind Cyan-Töne.
  • Auch die Verwendung eines Scannerprofils macht häufig keinen Sinn. Im Regelfall sind die vorliegenden Farbräume nicht gleichförmig (im Gegensatz zum Lab-Farbraum), was Korrekturen und Bearbeitung unnötig erschwert.
  • Lab erschien zunächst eine gute Alternative zu sein, aber – zumindest im vergangenen Jahrtausend – unterstützten die wenigsten Programme dieses Farbformat in 16 bit Auflösung. Sogar PDFs können erst seit PDF 1.5 16-bit-Lab enthalten, während PostScript/EPS dem Grunde nach 12-bit-Lab unterstützt. Da weniger als ein Drittel aller möglicher Lab-Kombinationen natürliche Farben darstellen, kam 8-bit-Lab nicht in Betracht, denn hier müsste man mit einer effektiven Farbtiefe von gerade mal rund 6 bit pro Kanal auskommen – und das ist definitiv zu wenig. Mit 16-Bit-Lab hingegen taucht die Problematik der doppelten Dateigröße auf. Auch wenn durch Datenkomprimierung der Speicherplatznachteil nicht gravierend sein dürfte, wäre der Bedarf an Arbeitsspeicher (RAM) für die Bearbeitung doppelt so hoch wie für einen 8-bit-Farbraum.
  • Wenngleich einige brauchbare RGB-Arbeitsfarbräume bereits existierten, wollte die ECI folgende Anforderungen erfüllt wissen:

o Der Farbraum soll alle heutigen Druckfarbräume umfassen, gleich ob Bogen- und Rollenoffset, Tiefdruck oder Zeitungsdruck, wenngleich er nicht unnötig viel größer sein sollte (um keine Auflösung zu Gunsten von Farben zu verschwenden, die wohl nie benötigt würden).

o Gleiche Werte von Rot, Grün und Blau sollen neutrale Grautöne ergeben.
o Auch soll Gleichabständigkeit gegeben sein: Unterscheiden sich die eciRGB-Farbwerte verschiedener Farbpaare gleich stark, werden die Farbpaare auch ähnlich unterschiedlich wahrgenommen.
o Die vorstehenden beiden Forderungen diktierten einen Weißpunkt von 5000 Kelvin und ein Gamma von 1,8.

Nach Definition und Test im Jahre 1998 wurde das ICC-Profil Anfang 1999 kostenfrei veröffentlicht. Die meisten ECI-Mitglieder haben inzwischen ihre Produktionen mit großem Erfolg und sehr guten Ergebnissen auf eciRGB als bevorzugten, wenn nicht gar einzigen RGB-Farbraum umgestellt.

Ist eciRGB der einzig sinnvolle RGB-Farbraum?

Ganz bestimmt nicht. Einzelpersonen und Arbeitsgruppen aus unserer Branche, aber auch Hersteller haben sich die gleichen und ähnliche Fragen gestellt und haben zum Teil hervorragende Alternativen zu eciRGB aufgezeigt und entwickelt. Wer bisher in einem Farbraum wie beispielsweise Adobe RGB oder ColorMatch RGB arbeitet, sollte seinen Bildbestand keinesfalls nach eciRGB wandeln, damit er, ja nur damit er künftig eciRGB-Daten hat! Hingegen ist die ECI davon überzeugt, dass es nur wenig bessere Möglichkeiten als eciRGB für denjenigen gibt, der einen neuen RGB-basierten Workflow einrichten möchte.

Wie schlägt sich sRGB im Vergleich mit eciRGB?

sRGB erfreut sich hoher Beliebtheit, nicht zuletzt durch Hewlett-Packard und Microsoft, die sogar (direkt oder indirekt) empfehlen, keinerlei ICC-Profile in Dateien einzubetten sondern einfach anzunehmen, dass alle RGB-Daten sRGB-Daten seien. Diese Idee, so intelligent sie auf den ersten Blick scheint, hat einen Haken: sRGB ist kleiner als die Farbräume nicht nur moderner Druckmaschinen, sondern auch Farbdrucker und Großformatdrucker – von aktuellen Monitoren oder Digitalkameras ganz zu schweigen. Für qualitativ hochwertige Arbeiten kommt sRGB also nicht in Frage.

Kann man eciRGB anstelle von Scannerprofilen verwenden?

Bitte nicht. Einem frischen Scan einfach eciRGB anstelle des Scannerprofils zuzuweisen gehört zu den schlimmsten Fehlern, die begehen kann. Anstelle dessen sollte man einem Scan zunächst das korrekte Scannerprofil zuweisen und es erst dann in eciRGB konvertieren.

Anmerkung 1: Was ist überhaupt ein Arbeitsfarbraum?

Vereinfacht gesagt ist solch ein Farbraum ein für die Bearbeitung von Bildern oder anderer Farbdaten geeigneter Farbraum, sei es für Farbkorrekturen, Retuschen oder jegliche andere Bearbeitung. Ein Arbeitsfarbraum-Profil kann so optimiert sein, dass er die spezifischen Schwachpunkte eines tatsächlichen Geräts nicht aufweist (zum Beispiel kann seine Gleichförmigkeit so beschaffen sein, dass Abstufungen durch den gesamten Farbraum hindurch gleich gut ausgelöst werden). Gleichzeitig kann ein Arbeitsfarbraum auch auf den Farbumfang einer Reihe anderer Farbräume hin optimiert werden, so dass er beispielsweise alle oder fast alle Farben heutiger Monitore und Druckgeräte umfasst.

Anmerkung 2:

Ein ISO-Standard “ISO/CD 22028-2 Photography and graphic technology - Extended colour encodings for digital image storage, manipulation and interchange - Part 2: Reference Output Medium Metric RGB colour image encoding (ROMM RGB)” (“Fotografie und grafische Technologie – Erweiterte Farbbeschreibung für Archivierung, Bearbeitung und Austausch digitaler Bilder – Teil 2: referenzausgabegerätemetrische RGB-Farbbildbeschreibung (ROMM RGB)”) ist derzeit in Bearbeitung, der möglicherweise einen Arbeitsfarbraum hervorbringen wird, der noch besser als eciRGB und/oder andere momentan gebräuchliche Arbeitsfarbräume ist.